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Geschichte des Erzgebirges

Geschichte des Erzgebirges

Das Erzgebirge erstreckt sich 130 km lang und 35 km breit zu beiden Seiten der deutsch-tschechischen Grenze in Sachsen und Böhmen. Seine höchste Erhebung befindet sich auf tschechischer Seite- der Keilberg (1244 m). Die zwei höchsten Berge auf deutscher Seite sind der Fichtelberg ( 1214 m) und der Auersberg (1019 m).

Die erste Besiedlung der Gegend, die ein Miriquidi- ein undurchdringlicher Urwald war, erfolgte Mitte des 12. Jahrhunderts durch Bauern aus dem Main-Franken-Raum. Zeugen dieser Zeit sind noch heute die Waldhufendörfer die sich in den Tälern entlang ziehen.

Reiche Silbererzfunde bei Freiberg und am Schreckenberg waren der Beginn für einen regen Bergbau im Erzgebirge, welches dadurch seinen Namen erhielt. Das große „Bergeschrey" lockte wieder viele Menschen in diese reiche Region. Der Wald wurde großflächig gerodet und in der Nähe von Schürfgebieten gründeten sich Bergstädte wie zum Beispiel 1496 die „ Neustadt am Schreckenberg" (heute Annaberg), die Bergstädte Buchholz (1501), Scheibenberg (1522), Oberwiesenthal (1527).

Der Silberbergbau machte das Erzgebirge im späten Mittelalter zu einer der reichsten Regionen Deutschlands. Dieser Reichtum und die Macht zeigen sich noch heuten in prächtigen Bauten, die vom Adel und dem wohlhabenden Bürgertum errichtet wurden. So wurde 1499 in Annaberg der Grundstein für St. Annen gelegt, die größte spätgotische Hallenkirche in Sachsen.


 

Sinkende Silberfunde und durch Import großer Silbermengen aus Südamerika kam es Ende des 16. Jahrhunderts zum Rückgang des Bergbaus. Die steigende Arbeitslosigkeit zwang die Erzgebirger sich einen anderen Broterwerb zu suchen. So wurde das Posamentieren und Klöppeln ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Westerzgebirge. Barbara Uthmann begann in Annaberg ein Verlagswesen für den Handel mit Bortenerzeugnissen aufzubauen. Sie erteilte Aufträge für Heimarbeit und lieferte Materialien und war somit Lohn- und Brotgeber für ca. 900 Bortenwirkerinnen. In den folgenden Jahren rückte das Posamentieren immer weiter in den Vordergrund. Im Ostererzgbirge wurde das Geld mit Strohflechterei verdient. In Eibenstock und Umgebung wurde die Stickerei heimisch. Doch das Elend der Arbeiter konnte es nicht mindern, da nur Hungerlöhne gezahlt wurden.

Da die Männer in der Grube viel mit Holz zu tun hatten (Ausbau zur Sicherung der Stolln, Tragegefäße, Schachtausbau und Fahrten (Leitern), hölzerne Hunte, Wasserräder und Pochwerke) kannten sie sich gut mit der Holzverarbeitung aus und fertigten nach Feierabend holzgeschnitzte Gebrauchsgegenstände, Figuren (Lichterfiguren u.a.) und Buckelbergwerke, um ihr kärgliches Gehalt aufzubessern. Dieser Nebenerwerb wurde bei vielen Bergleuten zum Hauptberuf und damit zum wichtigsten Erwerbszweig im Erzgebirge.

Von einer Generation zur anderen Generation wurden diese Fähigkeiten weitergegeben. Die Herstellung von Weihnachtsartikeln in schier unendlichen Variationen und die vielen geschmückten Häuser des Erzgebirges in der Advents- und Weihnachtszeit gaben und geben unserer Region bis heute den Namen "Weihnachtsland".

Wenn Sie heute das Erzgebirge besuchen, wandeln Sie auf den Spuren der Vergangenheit in die Gegenwart. Viele bedeutende Künstler haben hier gewirkt, zahlreiche Erfindungen haben hier ihren Ursprung. Entdecken Sie die Geschichte des Erzgebirges erneut.

Besucher- oder Schaubergwerke, Museen und Schauwerkstätten vieler Kunsthandwerksunternehmen laden dazu ein.

Auch noch heute werden bei uns im Erzgebirge die alten Traditionen noch gelebt, denn der Erzgebirger ist ein bodenständiger Mensch, der trotz aller Innovation seine Wurzeln nicht vergisst.

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